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Wandertouren planen: So schätzt ihr eure Route richtig ein

Von Silvia
Wandertouren planen mit Komoot

Anzeige | Die Sonne lacht, die Berge rufen – da fehlt nur noch eine schöne Wandertour, um einen perfekten Tag draußen zu verbringen. Wahrscheinlich habt ihr einige Touren im Kopf, die ihr angehen wollt oder ihr habt euch ein paar Gipfel vorgenommen, die ihr noch besteigen wollt. Bei euren Unternehmungen ist die Routenplanung der Ausgangspunkt für alles. Wie viel Zeit steht zur Verfügung? Ist die Route für euch machbar? Wie plant ihr An- und Abreise? Dieses und noch viel mehr zeige ich euch in meinem Bericht zur Wandertouren-Planung.

Die Gehzeit richtig einschätzen

Das Wichtigste bei einer Wandertour ist natürlich die Gehzeit. Diese variiert je nach Höhenmetern und Länge der Strecke. Eine Route mit vielen Höhenmetern aber kürzerer Wegstrecke kann genau so lange oder sogar länger dauern als eine längere Strecke mit wenigen Höhenmetern. Für die Berechnung der Gehzeit schlagen Bergschulen und alpine Vereine folgende Regel vor:

Ein Wanderer schafft 4 Kilometer pro Stunde Entfernung in ebenem Gelände. Beim Aufstieg schafft er 300 Höhenmeter in der Stunde und beim Abstieg 500 Höhenmeter pro Stunde. 

Haltet euch für die Berechnung an folgende Formel:

  • Berechnet die Zeit für die Horizontalentfernung und die Vertikaldistanz.
  • Halbiert den kleineren der beiden Werte.
  • Addiert den halbierten Wert zum größeren Wert. 

Beispiel für die Berechnung der Gehzeit

Um diese Formel besser zu verstehen, zeige ich euch ein Beispiel. Stellt euch vor, ihr habt eine Strecke von 16 Km und 600 Höhenmetern vor euch. So berechnet ihr dafür die Gehzeit:

  1. Vertikaldistanz: Wenn ihr in einer Stunde 4 Km schafft, dann braucht ihr für 16 Km 4 Stunden.
  2. Beim Aufstieg schafft ihr 300 Hm in der Stunde. Deswegen braucht ihr für 600 Hm 2 Stunden. Beim Abstieg schafft man 500 Hm pro Stunde. Wenn ihr also 600 Hm wieder nach unten geht, braucht ihr dafür 1,2 Stunden. Zusammengerechnet ergeben sich 3,2 Stunden.
  3. Der kleinere Wert wird nun halbiert, also in diesem Fall die 3,2 Stunden aus der Vertikaldistanz. Das sind dann 1,6 Stunden.
  4. Diese wird zur Horizontalentfernung addiert. Insgesamt ergeben sich also 5,6 Stunden Gehzeit. 

Plant zusätzlich zur Gezeit noch genug Puffer für Pausen ein, sodass ihr zwischendurch trinken oder auch Brotzeit machen könnt. Beachtet auch, dass sich die Gehzeit verlängert, je größer die Wandergruppe ist oder je gemütlicher ihr unterwegs seid. 

Wenn euch diese Berechnung zu umständlich ist, dann gibt es auch Apps und Websites, die euch die Berechnung abnehmen. Eine davon ist Komoot und diese App möchte ich euch weiter unten detaillierter vorstellen, da ich sie für die Routenplanung ziemlich praktisch finde.

Die Anreise planen

Natürlich gehört zu einer Wandertour auch die Anreise dazu. Diese kommt zum einen auf die Gehzeit drauf, außerdem beeinflusst sie auch die Tourengestaltung. Seid ihr mit dem Auto unterwegs, bieten sich vor allem Rundwege an, sodass ihr wieder an euren Ausgangspunkt zurück kommt. 

Wir sind immer mit dem Zug oder mit Wanderbussen unterwegs und das funktioniert wunderbar. Der große Vorteil: Mit dem Zug seid ihr nicht auf Rundwege angewiesen, sondern könnt von einem Bahnhof zum nächsten wandern. Ist euer Ausgangspunkt doch einmal weiter vom Bahnhof entfernt, bringen euch häufig bestimmte Busse dorthin. 

Wenn ihr eine Tour gefunden habt, prüft auch, wie lange eure Fahrzeiten sind und außerdem, wann der letzte Zug zurück fährt. So seht ihr schnell, ob euer Zeitplan aufgeht oder ob ihr doch lieber eine kürzere Tour in Angriff nehmen solltet.

Bergtouren mit Hütte

Karte oder App?

Ich muss gestehen, ich habe noch nie wirklich eine Papierkarte beim Wandern verwendet. Für mich war von vorneherein klar, dass ich meine Karte gerne auf dem Handy haben möchte und dass ich jeder Zeit die Möglichkeit haben möchte, meinen Standort einzusehen.

Websites und Apps, die euch bei der Tourenplanung helfen, gibt es viele. Ich habe lange Zeit Open Street Maps verwendet, da hier (anders als bei Google Maps) sehr viele Wanderwege unterschiedlichster Größe eingezeichnet sind. Meistens übernimmt Thomas die Navigation mit Open Street Maps und sucht uns richtig schöne Wege heraus, die uns schon oft zu abgelegenen Aussichtspunkten geführt haben. Wir hatten aber auch schon ein paar Mal das Problem, dass manche Wege, die bei Open Street Maps eingebunden sind, gar nicht mehr existieren und wir dann entweder einen Umweg einlegen oder umkehren mussten. 

Deswegen benutzen wir seit längerem eine eine App, in der die gängigen Wanderwege eingezeichnet sind und bei der die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die angezeigten Wege auch tatsächlich nutzbar sind. Ich habe dafür Komoot für mich entdeckt und möchte euch zeigen, was diese App alles kann.

Der Routenplaner von Komoot

Oben habe ich ja bereits angekündigt, dass euch Komoot bei der Berechnung der Gehzeit unterstützt. Damit kommen wir auch schon zum Kernstück dieser App: Dem Routenplaner.

Am Computer könnt ihr links die Sportart und euer Fitnesslevel auswählen. Zusätzlich bestimmt ihr, ob es sich bei der Route nur um den Hinweg oder einen Rundweg handelt. Dann könnt ihr auch schon den Startpunkt und alle Stationen eurer Tour eingeben.

Wandertouren planen mit dem Routenplaner

Hier klickt ihr eure Route ganz einfach zusammen.

In der Karte rechts daneben seht ihr bereits kleine rote Punkte. Dabei handelt es sich um Highlights, die andere Nutzer bereits festgelegt haben. Mit einem Klick auf das Highlight könnt ihr dieses ganz einfach eurer Tour hinzufügen. So klickt ihr euch innerhalb kürzester Zeit eure Wanderroute zusammen. Ich finde das besonders praktisch, da ich so nicht die Karte bis ins Detail durchsuchen muss und ich an den Bildern der anderen Nutzer gleich sehen kann, wie es bei diesem Highlight wirklich aussieht.

Wenn ihr euch ein Profil erstellt, könnt ihr die Wanderroute auch abspeichern und für später planen. Außerdem könnt ihr dann eure Touren ganz einfach tracken und mit den anderen Nutzern teilen. So entsteht ein Community-Gefühl, durch das ihr immer wieder neue Wandertipps bekommt und euch austauschen könnt.

Gipfel bei der Wanderung

Beste Aussicht mit Gipfelkreuz

Höhenprofil und Wegbeschaffenheit überblicken

Mir ist es beim Wandern wichtig zu wissen, wie viele Höhenmeter an dem Tag anstehen, wie steil es ist und wie die Wegbeschaffenheit aussieht. Sprich ob die Tour über befestigte Wege oder direkt am Fels entlang führt. Je nachdem wie ich mich am Wandertag fühle oder mit wem ich unterwegs bin, kann ich daran gut ablesen, wie ich mich auf diese Tour einstellen kann. 

Bei Komoot seht ihr das Höhenprofil schön anhand einer Kurve. Je nach Färbung erkennt ihr auch ganz einfach, wie steil die verschiedenen Wegabschnitte sind. Je dunkler die Farbe, desto steiler. Die roten Sterne zeigen an, wo ihr die Highlights der Strecke findet.

Höhenprofil Komoot

So sieht das Höhenprofil bei Komoot aus.

Zusätzlich seht ihr In dieser Grafik, wie Komoot euch die Wegbeschaffenheit anzeigt. Daran erkennt ihr, wie anspruchsvoll ein Weg ist, sodass ihr besser planen könnt. 

Wandertouren planen mit wegbeschaffenheit

Hier seht ihr die Wegbeschaffenheit bei Komoot.

Ich hatte beispielsweise mal einen Bänderriss und als ich wieder wandern konnte, wollte ich trotzdem zu felsige Strecken vermeiden, um den Fuß nicht unnötig anzustrengen. Durch die Grafik konnte ich gut einschätzen, ob der geplante Weg für meinen Fuß in Frage kam oder ob die Tour noch warten konnte.

Inspirationen sammeln

Das beste an Komoot ist die Community. Hier kann jeder seine Touren teilen, Highlights auf der Route vermerken und auch die Touren anderer Mitglieder kommentieren. Im Entdecken-Bereich von Komoot sucht ihr ganz einfach eure Lieblingssportart aus (z.B. Wandern, Mountainbiken, Rennrad), gebt euren Startort ein und schon bekommt ihr Touren im Umkreis angezeigt.

Komoot Aktivitäten

Komoot hält eine Reihe an Aktivitäten für euch bereit.

Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, nach Schwierigkeit oder nach Gehzeit zu filtern und auswählen, ob die Tour mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein soll. Das finde ich besonders praktisch, da wir kein Auto haben und unsere Wanderungen ausschließlich mit Bahn und Bus planen.

Wandertouren planen

Bei Komoot bestimmt ihr intuitiv, wie eure Wandertour beschaffen sein soll.

Ihr könnt außerdem anderen Nutzern folgen, sodass ihr immer deren neueste Touren angezeigt bekommt. Damit ihr sehen könnt, welche TOuren ich so in letzter Zeit gemacht habe, folgt einfach Abenteuerzeilen auf Komoot. 😉

Eigene Wandertouren planen und Highlights teilen

Was mir auch sehr gut an Komoot gefällt ist die Community. Wenn ihr eine Tour eingetragen habt, können sich andere Nutzer die Tour merken oder sie kommentieren. So kommt ein richtig toller Austausch zustande, wenn beispielsweise ein anderer Nutzer auch mal auf derselben Strecke unterwegs war oder falls jemand noch Fragen zur Tour hat.

wandertouren in den bergen

Besonders der Gipfel ist für mich ein Highlight.

Wenn ihr unterwegs einen besonders tollen Punkt entdeckt, könnt ihr diesen bei Komoot als Highlight eintragen. Auf der Karte seht ihr im Routenplaner auch die Highlights anderer Nutzer, sodass ihr unterwegs noch den einen oder anderen Abstecher einplanen könnt. Das finde ich insofern super, dass ihr dadurch auch Punkte ansteuern könnt, die ihr so vielleicht nicht auf dem Schirm hattet. Wir hatten schon oft unsere Touren etwas umgelegt, um noch an einem ganz besonders tollen Aussichtspunkt vorbei zu kommen. Da andere Nutzer auch eigene Fotos dazu hochladen, könnt ihr vor allem schöne Fotospots speichern, die ihr später abwandern könnt.

Ein Blick auf eure Wanderbegleitung

Nachdem ihr euch einen Überblick über eure Tour verschafft habt, kommt noch ein Punkt, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. Fragt vor der Tour nach, ob jemand Beschwerden hat und checkt auch ab, wie weit die Wanderung denn sein darf. Wenn jemand Probleme mit der Trittsicherheit hat oder nicht schwindelfrei ist, dann ist eine Bergtour keine gute Wahl. Solltet ihr einen Begleiter mit wenig Kondition haben, dann wählt die Tour etwas kürzer aus. Wichtig dabei ist, dass ihr miteinander redet und auch herausfindet, wie kreativ ihr bei der Wanderplanung sein dürft. Immerhin sollte die Tour ja jedem Spaß machen.

Wanderung planen

Passt eure Tour an die Wanderbegleitung an

Richtet eure Gehgeschwindigkeit unterwegs auch nach dem Langsamsten aus der Gruppe. Ich finde es immer rücksichtslos, wenn eine Wandergruppe voran prescht und eine Person ganz einsam versucht hinterher zu kommen. Das ist zum einen unfair der langsamen Person gegenüber und zum anderen löst es bei ihr Stress aus, wenn sie die ganze Zeit nur damit beschäftigt ist, den Anschluss nicht zu verlieren. Bei einer Wanderung sollte jeder Spaß haben und wenn jemand aus der Gruppe nicht so schnell ist wie ihr es seid, dann seht die Tour doch als einen entspannten Spaziergang.

Jetzt könnt ihr eure Wandertouren planen

Ich hoffe, meine Tipps zur Tourenplanung haben euch weitergeholfen. Wie habt ihr bisher eure Touren geplant und habt ihr bereits Erfahrungen mit Komoot gemacht? Ich bin schon gespannt auf eure Erfahrungen, lasst mir doch gerne einen Kommentar da. 🙂

*Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit Komoot. Das hat meine Meinung gegenüber dem Thema und der App nicht beeinflusst*

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