Valencia in 48 Stunden Guide – Städtereise mit Quallen und Orangen

Valencia Stadt der Wissenschaften und Künste

Valencia – die Stadt der Orangen und der Paella. Vor uns liegen helle Straßen, simple Häuser und dazwischen immer wieder prall gefüllte Orangenbäume. Nur essen sollte man die Früchte, die direkt in der Stadt wachsen, besser nicht. Dafür erstrecken sich vor der Stadt Plantagen mit etlichen Zitrusbäumen, so weit das Auge reicht. Der Duft von Blüten und Früchten liegt in der Luft.

Zugegeben, ich habe mich schon ein wenig in diese fast schon unscheinbare Stadt verliebt. TravellersInsight hat zu einer Blogparade aufgerufen, bei der Anregungen vermittelt werden sollen, welche Aktivitäten,  Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Stimmungen in 48 Stunden während eines Städtetrips erlebt werden können. Mir ist da natürlich meine Lieblings-Stadt in Spanien – Valencia – in den Sinn gekommen. Hier also mein Artikel über meine perfekten 48 Stunden im duftenden Valencia.

Straßen in Valencia

Übernachten im XY Travellers Guest House

Da wir auf Reisen meistens eine günstige Möglichkeit zum Übernachten ohne großen Luxus raussuchen, fiel die Auswahl an Hotels in Valencia spärlich aus. Wir waren mit dem Fahrrad durch Spanien unterwegs und konnten die Unterkunft erst zwei Tage im Voraus buchen, da war natürlich das Meiste schon ausgebucht.

Über Booking sind wir auf das XY Travellers Guest House (Seite nur auf Spanisch, kann aber auch über Booking gebucht werden) gestoßen. Ein Hostel mit vielen schönen Zimmern, sauberem Badezimmer, Orangen in der Küche und herzlichen Betreibern. Diese haben uns kurzerhand die ganze Stadt anhand einer Karte erklärt und wir konnten dadurch gleich unser Spanisch aufbessern.

Wir hatten hier ein schönes, helles Doppelzimmer mit Fernseher und einem Badezimmer auf dem Flur. Insgesamt war unser Aufenthalt hier eine sehr angenehme Erfahrung.

Frühstück im und mit Dulce de Leche

Von den Betreibern des XY Travellers Guest House haben wir das Café Dulce de Leche empfohlen bekommen. Spezialität ist hier die gleichnamige Caramel-creme aus Südamerika, die aus gezuckerter Kondensmilch hergestellt wird. Gefüllte Croissants, Plunder und reich verzierte Torten lachen einem einladend entgegen und die Belegschaft hilft einem gerne, wenn man Fragen hat.

Wir hatten hier einmal einen großen Capuccino mit Croissant und einer dicken Schicht Dulce de Leche und am zweiten Tag einen Pflaumenkuchen mit – natürlich – einem zarten Mantel der Creme.

Torten und Bocadilla im Cafe Dulce de Leche Valencia, perfektes Frühstück

Tag 1 in Valencia

Bei Städtereisen finde ich es schön, sich erst das Grobe anzusehen und dann im Anschluss tiefer ins Detail zu gehen. Mir reicht es vollkommen aus, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mal gestreift zu haben, Eintritt für alles zahlen muss ich nicht unbedingt. In Valencia konzentrieren sich Kathedrale, Markthatte und einige weitere Bauten zentral, sodass man alles auf einem Blick hat. Am ersten Tag des Städtetripps kann ich einen Besuch in der Markthalle empfehlen –  weitere Sehenswürdigkeiten wie die Basilika oder die Kathedrale sind nicht weit.

Die Markthalle in Valencia

Ich habe es in meinem Beitrag über Madeira schon einmal erwähnt,  kann es aber nicht oft genug sagen: Ich LIEBE frischen Fisch und Fischtheken!

In der Markthalle von Valencia findet man natürlich jede Menge Fisch, der gleich vor der Haustüre gefangen wird. Jede Menge Fleisch, Gemüse und Obst gibt es hier natürlich auch und natürlich dürfen auch die Orangen nicht fehlen.

Die Markthalle in Valencia. Frisches Gemüse und Obst bei der Städtereise

Spaziergang durch den Park

Wer mal einen Blick auf die Karte der Stadt geworfen hat, stellt fest, dass sich ein grüner streifen quer durch die halbe Stadt zieht. Hierbei handelt es sich um einen Park, der in dieser Form dank eines ehemaligen Flusses existieren kann.

Der Fluss wurde trocken gelegt und die Fläche ist zugewachsen, sodass eine grüne Parkfläche entstanden ist. Die Bewohner gehen hier gerne Joggen oder spazieren. Wer mal eine Auszeit vom Stadt-Treiben sucht, wird sie hier finden.

Besuch der Strandpromenade

Was sollte schon zu einem Besuch in Valencia gehören, wenn nicht der Besuch der Strandpromenade?

Hier kann man Volleyball spielen, einfach in der Sonne liegen oder einfach spazieren gehen. Ich fand es alleine schon spannend, die vielen unterschiedlichen Menschen zu beobachten.

Natürlich wimmelt es hier, wie üblich am Strand, von Touristen und auch einige der Restaurants hier sind reine Touri-Fänger. Deswegen lohnt es sich, sich vorher zu informieren, wie gut die einzelnen Läden bei den Besuchern ankommen. Von unserem Hostel-Betreiber haben wir aber einen Tipp bekommen, wo es angeblich die beste Paella gibt.

Paella

Das spanische Nationalgericht, die Paella, stammt aus Valencia. Traditionell wird die Paella Valenciana mit Kaninchenfleisch und Schnecken zubereitet. Die Versionen mit Meeresfrüchten und Fisch kamen erst später und aus anderen Regionen auf den Tisch.

Auf den Tipp unseres Hostel-Betreibers hin sind wir an die Strandpromenade gegangen. Hier wurde uns das Restaurant „El Tridente de Neptuno“ empfohlen. Obacht, die Spanier essen sehr spät zu Abend! Das zeigt sich auch darin, dass das Restaurant erst gegen 21:00 öffnet. Wer es bis dahin aushält, ohne zu verhungern, der kann sich hier auf die angeblich beste Paella der Stadt freuen. Die Touri-Lokale nebenan öffnen meistens früher. Wie aber schon oben beschrieben sollte man dann aber genau die Bewertungen checken.

Orangenbaum und Kathedrale in Valencia

Agua de Valencia und Tinto de Verano

Abends lässt sich auch gut das Agua de Valencia genießen. Dieser Cocktail aus Sekt, Vodka, Gin und Orangensaft hat es schon in sich. Mein Lieblingsgetränk in Spanien war der Tinto de Verano. Das ist Rotwein mit Gaseosa, einer Zitronenlimo. Schön kalt getrunken, ist es auch mittags super erfrischend. Pur kann ich die Limo allerdings nicht empfehlen, dafür hat sie zu viel Süßungsmittel. Ich habe den Tinto de Verano auch schon mal mit Zitronensaft oder einfach Sprudelwasser und einem Schuss Zitrone getrunken. Alles super gut und auch einfach zu Hause gemacht!

Tag 2 in Valencia

Quallenzauber im Oceanografíc

Ein besonderes Highlight in Valencia ist die Stadt der Künste und Wissenschaften. Die architektonisch eindrucksvollen Bauten sind einen Hingucker wert und was in ihnen schlummert, kann auch besucht werden.

Wir haben dem Oceanografíc einen Besuch abgestattet. Der Eintrittspreis von 30€ kam mir im ersten Moment zwar stattlich vor, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um das größte Aquarium Europas handelt, ist das völlig ok. Und als wir endlich drin waren, haben wir schnell festgestellt, dass es sich richtig gelohnt hat, hierher zu kommen.

Stadt der Künste und WIssenschaften Oceanografic Aquarium in Valencia, Architektur Highlight beim Städtetripp

Wir gehen in langen Tunneln unter Schwärmen von Fischen und einzelnen Haien durch, dann wird es dunkler und wir finden uns in Räumen wieder, die mit Quallen-Becken gestickt sind. Ich weiß nicht mehr, wie viele Fotos ich hier gemacht habe, aber die Quallen haben definitiv mehr Platz eingenommen als die meisten anderen Bilder.

Im Aquarium kann man sich locker 4 Stunden ohne Reue aufhalten. Neben den zahlreichen Meeres-Lebewesen findet man hier auch Vögel und einen schönen Außenbereich. Wer danach noch nicht genug hat, kann ins nebenan gelegene Museu de les Cìencies gehen. In diesem Naturkundemuseum kann man sich noch über Themen wie Zellen, Ameisen oder ähnliches berieseln lassen. Uns war das nach dem langen Aufenthalt im Aquarium etwas zu viel, das Ticket dazu kann man aber zusammen einkaufen.

Da wir uns hier lange aufgehalten haben, wollten wir auch im Aquarium etwas essen. Die Kantine hier gibt bis auf ein paar Lieblose Burger, verkochte Nudeln und eine versalzene Paella nicht viel her, wenn ihr also Hunger mitbringt, solltet ihr auch an eine Brotzeit denken.

Qualle im Oceanografik, dem Aquarium in Valencia

Pizzaria O’Sole mio

Wieder eine Empfehlung des Hostel-Betreibers war die Pizzaria O’Sole Mio. Da dieser Laden erst abends öffnet, kann man hier den Tag schön ausklingen lassen. Der Besitzer bringt die riesigen Pizzen persönlich an den Tisch und ist wahnsinnig freundlich. Mit unserem gebrochenen Spanisch versuchen wir, uns mit ihm zu unterhalten und finden heraus, dass er halb Italiener und halb Argentinier ist. Spezialität des Hauses ist die Pizza Negro. Eine Pizza mit schwarzem Teig. Diese gibt es nur am Wochenende, weswegen wir sie leider nicht probieren konnten. Wenn jemand von euch dort sein sollte und diese Pizza bestellt, kann gerne einen Kommentar da lassen. Ich möchte unbedingt wissen, wie sie schmeckt! 😀

Zusatztipp: Mittagsmenü in der Tapeineria

Durch Zufall sind wir in dieses kleine Lokal in einem Hinterhof gestolpert. Wir wollten einen Abenteuer-Weg durch ein paar Gassen gehen und schon haben wir uns in einem kleinen Hof wieder gefunden, in dem die Tapineria liegt. Hier gibt es Mittagsmenüs mit mehreren Gängen und einen sehr guten Tinto de Verano. Wer also noch etwas Zeit hat, kann hier mittags verweilen . Die Terrasse ist sehr schön mit einigen Pflanzen und Lichterketten dekoriert und das Essen schmeckt auch!

Restaurant Taperia mit Mittagsangebot, Fisch und Fleisch in Valencia zum Mittag

Fazit

Je mehr ich über Valencia schreibe, umso mehr werden die Erinnerungen wieder wach und umso stärker wird mir wieder bewusst, dass ich mich ein klein wenig in diese Stadt verliebt habe.

Ich finde, Valencia ist noch sehr unbeachtet, im Vergleich zu den großen Schwestern wie Barcelona oder Granada. Klar ist Granada mit der Alhambra ein wahres Highlight in Spanien. Barcelona finde ich aber überbewertet und überteuert. Wer also eine nicht allzu weit entfernte Stad in  Spanien besuchen möchte, sich jedoch nicht auf Wucherpreise und Touristenfluten einlassen will, der ist in Valencia genau richtig.

Hier gibt es jede Menge gutes Essen und sehr viel zu entdecken und bestaunen. Den ganz eigenen Flair kann man nicht beschreiben, man sollte ihn erlebt haben.

War von euch schon einmal jemand in Valencia? Wie fandet ihr es? Vielleicht hat ja jemand noch den ein oder anderen Geheimtipp, der sehr sehr gerne in den Kommentaren geteilt werden kann.

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