7 Tipps, wie ihr euch auf eine lange Radtour vorbereiten könnt

Radtour vorbereiten fahrrad Straße

In den Wochen vor unserer Radreise nach Spanien bin ich häufig gefragt worden, wie viel Radl-Erfahrung ich habe oder wie wir uns auf die Radtour vorbereiten. Tatsächlich habe ich kein spezielles Training dafür angefangen, sondern bin mit meinem normalen Fitnesslevel gestartet und hatte keine größeren Probleme.

Natürlich merkt man die ersten Tage ein Ziehen in Hintern und Rücken, die Schultern sind verspannt und ab und an zwackt das Knie. Das sind Unannehmlichkeiten, mit denen man zurechtkommen muss, aber ich bin der Meinung, dass auch ein ausgeprägtes Training einem nicht vor der ein oder anderen Kleinigkeit bewahren kann. Eine körperliche Herausforderung ist es sicher, sich länger in den Sattel zu schwingen, aber solange man keine sportliche Challenge daraus macht, sollte eine Radreise mit einem durchschnittlichen Fitnesslevel machbar sein.

Für euch ist es noch ein Rätsel, ob ihr so etwas machen könnt? Das war es für mich vor unserem Aufbruch auch. Um euch eine bessere Idee davon zu geben, wie es sich anfühlen wird und welche Vorbereitungen ihr treffen könnt, um euch sicherer damit zu fühlen, habe ich hier 7 Tipps zusammengestellt.

Traut euch und probiert es aus! 🙂

1. Fahrt mit Testgepäck

Wie auch beim Reisen mit Koffer möchte man nicht mehr mitschleppen, als nötig. Beim Reisen mit dem Fahrrad kommt noch hinzu, dass man das Gewicht selbst bewegen muss – je mehr Ballast umso anstrengender wird also die Tour. Nehmt eure Radtaschen und macht euch mit deren Größe vertraut. Denn obwohl sie auf den ersten Blick klein wirken, passt doch mehr hinein als man denkt. Habt ihr bereits herausgefunden, wie viele Dinge ihr darin mitnehmen könnt, solltet ihr eine Strecke mit dem Gepäck fahren. Am besten ihr nehmt euch ein Wochenende Zeit und fahrt zu einem Campingplatz, so habt ihr ein ähnliches Erlebnis wie auf der „richtigen“ Reise und es wird schnell klar, wie ihr mit dem Gewicht zurecht kommt. Auf unserer Radtour nach Spanien hatte ich ca. 12 Kg Gepäck und Thomas mit dem Zelt und dem Campingkocher ein bisschen mehr. Es müssen keine 50 Kg sein, die man mit schleppt.

2. Gewöhnt den Hintern ein

Für mich das absolute A und O! Niemend hat Spaß am Fahrradfahren, wenn der Hintern schmerzt! Nehmt euch etwas Zeit und benutzt in regelmäßigen Abständen euer Fahrrad, damit sich euer Unterteil an den harten Satttel gewöhnen kann. Werden die Schmerzen auch nach einiger Zeit nicht besser, solltet ihr euch überlegen, ob ihr nicht einen anderen Sattel braucht.

3. Den richtigen Sattel finden

Sättel gibt es wie Sand am Meer. Dabei den richtigen zu finden ist eine echte Herausforderung, die aber auf jeden Fall nicht fehlen darf, wenn man sich auf eine Radtour vorbereiten möchte. Man kann entweder die Sitzknochen ausmessen lassen, um einen passgenauen Sattel zu bekommen. Wer Geld sparen möchte, sollte auf eine harte Sitzfläche achten. Mit den gepolsterten Hosen ist das dann gar nicht unbequem. Die Einstellung des Sattels spielt hierbei auch eine Rolle. Je nachdem ob er weiter vor oder zurück gekippt ist, wird entweder das Schambein oder das Sitzbein stärker belastet.

Auch im Laden gibt es Sättel in unterschiedlichen Breiten. Um den richtigen für euch zu finden, könnt ihr euch diese Anleitung ansehen, in der erklärt wird, wie man den Abstand der Sitzknochen ermittelt.

thomas radreise spanien fahrrad

4. Fahrt eure Tagesetappe

Um herauszufinden, wie ihr euch nach einem ganzen Tag auf dem Rad fühlt, könnt ihr eine Tour machen, die in etwa einer Tagesetappe entsprechen würde. Habt ihr euch vorgenommen am Tag 70 Km zu fahren, sucht euch ein Ziel aus, das weit genug entfernt ist. Zurück geht es dann mit dem Zug oder ihr nutzt den folgenden Tag auch zum fahren, wie unten beschrieben.

5. Fahrt zwei Tage am Stück

Wenn ihr schon ein Wochenende Zeit habt, dann lohnt es sich gleich, zwei Tage am Stück zu fahren. So werdet ihr merken, wie sehr der Hintern nach einem Tag voller Belastung schmerzt, wie sich die Knie anfühlen und ob ihr überhaupt Lust auf so etwas habt. Übernachten kann man hier entweder auf Campingplätzen oder in einem Hotel und um das Abenteuer zu maximieren könnt ihr einfach einen anderen Rückweg nehmen als den, den ihr gekommen seid. Unsere Testtour ging von München zu einem Campingplatz am Tegernsee, das waren ca. 65 Km. Auf dem Rückweg sind wir über Lenggries gefahren, sodass wir nicht die selbe Strecke zurück nehmen mussten.

6. Das Fahrrad auf die Radtour vorbereiten

Natürlich gehört auch das Fahrrad zu einer Reise und das muss auch richtig ausgestattet sein. Wollt ihr hauptsächlich auf der Straße fahren, reichen Reifen mit flacherem Profil. Zu dünn sollten diese aber nicht sein, falls ihr mal auf Schotter fahren müsst. Beliebt sind Reifen von Schwalbe, weil diese sehr widerstandsfähig sind. Generelle Überprüfungen wie Öl an der Kette und Bremsen gehören natürlich auch dazu. Solltet ihr noch keinen Gepäckträger haben und seid die anderen Touren mit Rucksack gefahren, lohnt es sich jetzt, einen Gepäckträger zu montieren. Der muss auch gar nicht teuer sein, Hauptsache er ist stabil und hält auch die Belastung durch die Taschen aus. Mein Gepäckträger war ein altes Exemplar, das ich von Thomas bekommen habe und das hat auch super seinen Dienst geleistet.

Straße durch die Mancha

7. Macht euch mit der Reparatur vertraut

Unterwegs kann es schnell mal passieren, dass man einen Platten bekommt. Für diesen Fall sollte man sich ein Reparatur-Kit zusammen stellen und sich auch mal anschauen, wie man einen Reifen wechselt. Ab und zu sollte auch die Kette geölt und die Bremsen überprüft werden. Je nachdem, wie abgefahren euer Rad schon ist, kann man sich noch darüber informieren, wie man ein Schaltseil oder andere Bauteile wechselt oder sich im Zweifelsfall die Ressourcen im Internet zusammen suchen, damit man nicht blank da steht. Bei TomsBikeCorner gibt es für jeden Bereich tolle Anleitungen, die euch weiterhelfen können, wenn ihr euch auf eine längere Radtour vorbereiten wollt.

Fazit

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen 7 Tipps eine Idee verschaffen konnte, wie man sich auf eine Radtour vorbereiten kann. Falls ihr euch noch nicht sicher seid, ob euch eine längere Radtour überhaupt liegt, könnt ihr ja mal ein Wochenende weg fahren. Danach solltet ihr schnell wissen, ob ihr Lust darauf habt, im Sattel zu sitzen oder ob ihr doch lieber Auto oder Bus nehmt.

Das könnte euch auch interessieren:

  • Zum Thema Training für eine Radreise habe ich bei Biketour Global einen nützlichen Link gefunden.
  • Für die Radreise nach Spanien habe ich mich mit einer Tour zum Tegernsee vorbereitet. Im Artikel findet ihr einen Bericht, wie das war.
  • Lust bekommen? Hier findet ihr Teil 1, Teil 2 und Teil 3 des Reiseberichtes über unsere zweimonatige Radreise von München nach Spanien.

Schreibe einen Kommentar

*

Ich stimme zu