Fotografie-Tipps für Landschaftsfotografie

Marienkäfer Rule of Thirds

In meinem Blog beschäftige ich mich vor allem mit dem Reisen, dem Raus kommen und dem Abenteuer erleben. Dass dazu jede Menge Bilder gehören, ist selbstverständlich, aber gar nicht mal so leicht umzusetzen. Klar mache ich unterwegs viele Fotos, aber spätestens beim Durchsehen fällt mir auf, dass einige nichts geworden sind. Falscher Winkel, leicht schief, die Farben alle blass. Da ich natürlich auch am Ende richtig tolle Bilder raus bekommen möchte, arbeite ich stetig daran, immer besser und besser zu werden. Über die Jahre hinweg kann ich einen guten Fortschritt erkennen und die Fotografie ist mir dadurch auch immer mehr ans Herz gewachsen. In diesem Beitrag habe ich meine Fotografie-Tipps mit dem Schwerpunkt für Landschafts-Fotografie zusammen getragen. Den Anreiz dazu habe ich von der Blogparade auf dem Fotografie-Blog von Steflei bekommen. Schaut doch mal auf Steffis Blog vorbei, dort findest du noch mehr Beiträge zum Thema Fotografie.

Perspektive und Blickrichtung

Traut euch ruhig, verschiedene Perspektiven auszuprobieren. Wie wirkt das selbe Bild, wenn ich die Kamera auf den Boden Lege oder sie einfach um 45 Grad drehe. Wenn ich Straßen fotografiere, die nicht kerzengerade sind, dann mache ich das Bild gerne vom Straßenrand aus, sodass man der Straße auf dem Bild folgen kann.

Kathedrale Malaga schräge Perspektive in der Fotografie

Hier habe ich meine Kamera gedreht, sodass die Kathedrale von Malaga diagonal verläuft. Das fand ich ganz interessant und auch ungewohnt. Da dadurch aber eine neue Linienführung entsteht, finde ich es spannend.

Berge im Hintergrund und Straße

Diese Straße verschwindet in der Ferne. Ich wollte die unendliche Weite einfangen, indem ich mich so an den Rand stelle, dass man versuchen kann, das Ende zu erahnen, da man durch die Kamera in die gleiche Richtung schaut, in der die Straße verläuft.

Fotografie-Tipps für Panoramen und Stitching

Ich LIEBE Panoramen! Meine absoluten Lieblingsbilder sind fast ausschließlich Panoramen. Warum? Weil man darauf schön weit sehen kann und ich das Gefühl habe, dass ich die Weiten der Landschaft damit noch besser einfangen kann.

Um ein Panorama zu schießen, nehmt eure Kamera senkrecht. Danach stellt ihr den Fokus ein – Manueller Fokus ist hier von Vorteil, damit er sich nicht verstellt – und schießst nun ein Bild nach dem anderen. Nach jedem Foto bewegt ihr die Kamera in einer leichten Drehbewegung nach rechts, achtet aber darauf, dass sich gut ein Drittel des Bildes überlappt, sodass die Einzelbilder später besser zu einem großen Panorama zusammen gefügt werden können.

Nach dem Fotografieren können euch Photoshop oder Lightroom dabei helfen, aus den vielen Einzelaufnahmen ein großes Pano zu stitchen. Hier seht ihr meine beiden Lieblings-Panoramen:

Rapsfelder in der Schweiz mit den Alpen im Hintergrund

Ein herrlich gelbes Rapsfeld mit dem Gebirge im Hintergrund in der Schweiz.

Radreise durch Andalusiens Berge Panorama und Landschaftsfotografie

Weite Felder und Hügel in Andalusien, Spanien.

Bildaufteilung mit der Rule of Thirds

Ein wichtiger Bestandteil bei allen Fotografie-Tipps ist natürlich die Bildaufteilung. Anstatt das Hauptmotiv einfach in die Mitte zu packen, könnt ihr euch auch an die Rule of Thirds halten. Diese beliebte Bildgestaltungsregel aus der Fotografie teilt das Bild in ein gleichmäßiges Raster aus „Dritteln“ auf, wobei markante Punkte auf die Rasterlinien oder in bestimmte Bereiche gelegt werden. So wird eine für das Auge angenehme Bildaufteilung erzeugt, die für den Betrachter interessant wirkt. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, diese Linien einzublenden, sodass ihr euch einfacher daran orientieren könnt.

Alternativ könnt ihr eure Motive auch absichtlich leicht außerhalb der Linien platzieren, so wird der Blick gezielt in das Eck gelenkt, in dem euer Motiv ist. Gleichzeitig schafft ihr viel Raum und Tiefe.

Strandhaus Rule of Thirds Fotografie-Tipps

Die rechte Kante des Geländers liegt genau auf einer der senkrechten Linien, wenn man die Rule of Thirds befolgt. Das Dach liegt auf der waagrechten Linie.

Fokus für Landschaftsfotografie

Apropos Tiefe! Vergesst nicht, euren Fokus zu setzen! Hier könnt ihr entweder bei Portraits die Person auf dem Bild hervorheben, oder wie ich es gemacht habe, meinen Kater. Die Erdbeeren im Vordergrund sind schön unscharf, sodass man sich auf den Kater konzentrieren kann. So hockt mein haariger Freund noch viel tiefer in den Erdbeeren und schaut mir geheimnisvoll entgegen.

Fokus Haku in den Erdbeeren Fotografie-Tipps

Den Fokus könnt ihr, wie oben bei den Fotografie-Tipps beschrieben, für mehr Tiefe im Bild einsetzen. Hier liegt er auf dem flauschigen Gesicht meines Katers Haku, während die Erdbeerblätter im Vordergrund unscharf sind.

Etwas anderes gilt, wenn ihr Landschaften ablichten wollt. Hierfür ist es super praktisch, euer Objektiv auf “Manuellen Fokus” zu stellen, sodass ihr in der Lage seid, den Fokus auf “Unendlich” einzustellen. Damit wird quasi ein Punkt scharf gestellt, der sehr weit weg ist und so bekommt ihr auch die Berge in der Ferne noch scharf drauf. Achtung! Bei Autofokus-Objektiven wird es meistens wieder unscharf, wenn man den Fokusring bis zum Anschlag durch dreht. Deswegen ist es empfehlenswert, dass ihr auch im Sucher abgleicht, ob das Bild auch tatsächlich scharf ist, also besser auf die eigenen Augen vertrauen. 🙂

Berge am Genfer See

Indem ich hier auf unendlich fokussiert hat, bekommt man bis zu den Bergen gleichmäßig viele Details.

Bildbearbeitung und RAW-Fotografie

Natürlich wünscht man sich, dass man möglichst wenig nachbearbeiten muss. Dann freut sich das Fotografenherz und bildet sich ein, dass man sofort das perfekte Foto geschossen hat. Das ist zwar schön und gut, aber ein bisschen Nachbearbeitung kann noch einen Ticken mehr aus einem gelungenen Bild rausholen. Bei meinen Bildern kommt meistens noch ein bisschen Sättigung und Kontrast drauf. Ab und zu muss ich aber auch die Belichtung anpassen.

Hierfür schieße ich meine Bilder komplett im Raw-Format, so bleiben die Belichtungs-Informationen erhalten und können zur Not noch gerettet werden. Damit das gelingt, solltet ihr auch ein Gefühl für das Histogramm bekommen. Euer Bild sollte hier nicht zu sehr ins komplett schwarze oder ins Weiße abdriften, da diese Bereiche nicht wieder geholt werden können.

Ich benutze ausschließlich den manuellen Modus, denn so kann ich meine Blende jeder Zeit anpassen und zwar auch so, dass ich auch mal gegen das Licht fotografieren kann, ohne dass es durch einen automatischen Abgleich zu dunkel werden würde.

Zur Bildbearbeitung verwende ich Photoshop und ein dazugehöriges Plugin, um Raw-Formate zu lesen. Ich habe auch schon überlegt, auf Lightroom umzusteigen, da das noch besser zum reinen Nachbearbeiten geeignet ist und man hier auch hervorragend Fotos organisieren kann.

Raeder Radtour nach Spanien

Dieses Bild ist in einem Tunnel in Spanien entstanden. Hier war es so dunkel, dass man die Fahrräder kaum erkennen konnte. Da ich aber im RAW-Format geschossen habe, konnte ich die dunklen Stellen aufhellen und getrennt davon brennen die hellen nicht aus. Man sieht aber trotzdem ganz deutlich die Details.

Alte Bilder ansehen und bearbeiten

Manchmal ist man so im Bearbeitungs-Rausch drin, dass man den Blick dafür verliert. Wenn ich Bilder sortiere, dann bearbeite ich sie meistens auch sofort, sodass ich recht schnell damit durch komme. Das Gute daran ist, dass ich damit dann gut durch komme und die Bilder nicht unbeachtet herum liegen. Allerdings sorgt es auch dafür, dass ich einige Bilder beim Sortieren auch übersehe.

Wenn ein paar Wochen vergangen sind und die Erinnerungen nicht mehr ganz so frisch sind, stöbere ich gerne in meinen Aufnahmen und stoße immer wieder auf das ein oder andere Bild, das dann plötzlich interessant wirkt, das es aber nicht bis in die finale Bearbeitungsschleife geschafft hat. Somit bekommen auch diese Bilder noch eine Chance und manchmal ist dann doch noch etwas unerwartetes dabei.

Bilder von anderen Fotografen analysieren

Man lernt am Meisten, indem man selber vieles ausprobiert, aber auch, indem man sich ein paar Tricks von anderen abschaut. Nehmt euch dazu ein Foto, das euch besonders gefällt und analysiert es. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und man lernt am meisten, wenn man sich an etwas bestehendem orientieren kann. Deswegen möchte ich euch gerne auch diese Fotografie-Tipps mit auf den Weg geben.

Schaut euch Bilder an. Was genau gefällt euch daran? Sind es die Farben? Ist es die Perspektive? Was gefällt euch nicht daran? Ihr könnt das Bild auch in einem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und ein wenig herum probieren. Was muss gemacht werden, damit es euch noch besser gefällt? Lässt sich das auch auf eure Bilder anwenden?

Damit meine ich NICHT, dass ihr Bilder klauen und als eure eigenen verkaufen sollt, allerdings gibt es doch immer wieder das eine Bild, das etwas ganz besonderes hat, auf dem alles so herrlich scharf ist und die Farben im Instagram-Style leicht entsättigt wirken. Tobt euch ruhig aus und überlegt euch, wie euch das weiter helfen würde, um den Look zu erreichen, den ihr persönlich anstrebt.

Silhouette in Tanger

Die Silhouette und die angedeuteten Farben lassen das Bild mysteriös wirken. Hier habe ich mit harten Kontrasten gespielt.

Meine Fotografie-Tipps für Anfänger

  • Zeit nehmen. Es heißt, die ersten 10.000 Bilder sind die Schlechtesten. Das zeigt schon mal, wie lange man dran bleiben muss, damit man gute Bilder schießen kann. Das Gute daran: Mit jedem Foto wird man ein bisschen besser.
  • Morgenstund hat Gold im Mund? Jaaa, das Licht ist bekanntlich morgens und abends am Besten, wenn die Sonne nur knapp über dem Horizont ist und alles in ein magisches Gold hüllt. Das heißt nicht, dass man NUR zu diesen Tageszeiten fotografieren kann. Geht raus, auch wenn das Licht „schlecht“ ist und seht, was ihr daraus machen könnt.
  • Holt euch Kritik. Damit meine ich konstruktive Kritik. Diese bekommt ihr von anderen Foto-Begeisterten auf Seiten wie 500px, Flickr oder Deviantart. Hier könnt ihr in den Foren posten und bekommt meistens schnell Antworten und Kritiken.
  • Nehmt an Projekten oder Wettbewerben teil. „Da gewinne ich doch eh nicht!“, könnte man jetzt sagen. Darum geht es auch gar nicht. Wenn euch ein Thema gefällt, könnt ihr kreativ werden und euch austoben. Im Austausch mit anderen Teilnehmern bekommt ihr Anregungen und gleich Ideen, was ihr besser machen könnt.

Praxis-Anregungen zum Fotografieren

  • Nehmt eure Kamera mit! Nichts ist nerviger, als das gute Ding daheim vergessen zu haben. Klar, das zählt nicht zu den richtigen Fotografie-Tipps, ist aber trotzdem wichtig. 😉 Es schadet nichts, die Kleine zur Hand zu haben und einfach mal drauf Los zu schießen. Standard-Tipp 😉
  • Sucht euch einen Lehrer. Ob ihr zu einem Workshop geht oder einen Online-Kurs besucht, das könnt ihr aussuchen, was euch am besten liegt. Ich persönlich bin ein großer Fan von Online-Kursen, da ich mir die Lernzeit so einteilen kann, wie ich möchte und die Tutoren gehen auch auf Fragen ein und stellen den Teilnehmern Aufgaben. Bei Udemy gibt es zum Beispiel jede Menge tolle Kurse zum Thema Fotografie. Diese sind von Zeit zu Zeit auch mal ordentlich reduziert.
  • Zum Abschluss noch ganz kurz: Fotografieren ist teuer, aber eine sündhaft teure Ausrüstung kann euch nicht die Übung abnehmen. Investiert am Anfang nicht zu sehr in eine Reihe Objektive, die ihr dann gar nicht alle benutzt, sondern konzentriert euch lieber darauf, mit eurer Ausrüstung umgehen zu lernen, dann kann man auch mit einer vermeintlich schlechteren Kamera wundervolle Bilder zaubern. Wenn einem dann doch etwas fehlt, sollte man warten, bis man es genau definieren kann.

Haus am Bieler See

Das Häuschen auf diesem Bild habe ich etwas eingeschoben, damit es zusammen mit den blühenden Bäumen schän integriert ist. Am Horizont schichten sich die umrandenden Hügel auf.

Fazit

Natürlich muss man üben, üben, üben, wie einem an jeder Ecke empfohlen wird. Manche Sachen brauchen aber einfach Zeit und andere kann man mal ausprobieren und dann sieht man, ob einem das liegt oder nicht – Siehe der Punkt mit dem Panorama.

Habt ihr noch die ein oder anderen Kniffe parat, wenn es um das Fotografieren geht? Ich hoffe, mein Beitrag und meine Fotografie-Tipps haben euch gefallen. Lasst es mich sehr gerne in den Kommentaren wissen.

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2 Kommentare bei „Fotografie-Tipps für Landschaftsfotografie“

  1. Ein interessanter Artikel!

    1. Dankeschön! 🙂

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